22/06/2026
⛺Zeitzeugen gesucht – wer kennt den Campingplatz in Amberg?
🗺️Als wir kürzlich einen Amberger Stadtplan aus dem Jahre 1954 aushoben, fiel uns im Bereich des Hockermühlbades der Hinweis auf einen „Camping-Platz“ auf. Bei einer Nachfrage unter „alten“ Ambergern und Ambergerinnen fand sich niemand, der sich wirklich daran erinnern konnte.
❓Gab es den Campingplatz in Amberg dann vielleicht gar nicht? Ist auf dem Stadtplan nur eine geplante Version dargestellt, die nie verwirklicht wurde?
❗Doch natürlich blieben wir dran und fanden einen Hinweis auf den „Campingführer für das westdeutsche Bundesgebiet", in dem der Campingplatz ausführlich beschrieben wird. So heißt es u.a.: „[…] 373 m ü. M. 2400 qm groß. Tagsüber bewachter Zeltplatz, umzäunt, mit eigener Anmeldestelle, Wiesengelände mit Zufahrt auch für Autos und Wohnwagen, mit Trinkwasseranschluss und Waschgelegenheit, eigene Abortanlage, Unfallstation und Fernsprechmöglichkeit […] 100 m entfernt Gaststätte und Badegelegenheit".
👀Leider finden sich keine Berichte über diesen Platz, in der Amberger Zeitung vom 7. Mai 1955 ist jedoch der äußerst desolate Zustand des Platzes beschrieben. Anscheinend folgte in den darauffolgenden Jahren keine Verbesserung, so dass im November 1957 vom Stadtplanungsamt die beabsichtigte Auflassung des Camping-Platzes bestätigt wurde.
🔒So schloss also der Amberger Campingplatz seine Pforten, obwohl er damals voll im Trend der Zeit lag, so inserierte das Reisebüro Linzer eine 6-Tages-Campingfahrt zum Gardasee an (wenn auch „auf Wunsch mit Hotelübernachtung“), im Autohaus Kreller konnte man einen Camping-Wohnwagen und den Camping-Anhänger „Tourist“ bewundern, „Sport-Hako“ veranstaltete in regelmäßigen Abständen Campingschauen, ein Inserat bot einen Camping-Kühlschrank zum Aufblasen an, die Zeitung bezeichnete den Platz in Hirschau am Monte Kaolino als den mit Abstand schönsten Campingplatz der Oberpfalz und in Stuttgart wurde eine Sizilianerin zur „Miss Camping“ gewählt. Außerdem fanden in Amberg regelmäßig im Casino Versammlungen des „Vereins der Campingfreunde“statt.